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Letzte Aktualisierung: 03.02.2011
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Das 100-Tage-Programm unseres OB-Kandidaten:
Nun, da es amtlich und öffentlich ist, dass ich mich um das Amt des Kastellans bewerbe, möchte ich dir hiermit kundtun, was ich mit dieser hohen Ehre anzufangen gedenke.
Zunächst werde ich erst einmal die Bevormundung durch die pseudo-ökologischen grünen Stadtbildverbesserer beenden, welche mit ihren Mantras über an Drahtseilen hängenden Aussichtsplatt- formen und überdimensionalen Ventilatoren auf den Lahnbergen eine Menge Unfrieden in unser beschauliches Marburg gebracht haben. Zu diesen Themen wurde in der letzten Zeit genug studiert und gestritten. Daher werde ich mich nach der Wahl dafür verwenden, alle Studien restlos offenzulegen und ein Plebiszit anstrengen, welches die Grünen bisher aus gutem Grund unterließen.
Doch auch anderen Bereichen des öffentlichen Lebens gilt meine Aufmerksamkeit.
Das ab 20.00 Uhr geltende Verkaufsverbot für hochkonzentriertes Feuerwasser im Marktdreieck werde ich selbstverständlich aufheben lassen, da sich dessen Nutzlosigkeit bisher gezeigt hat. Stattdessen werde ich in den städtischen Finanzen nach freien Ressourcen suchen, um wieder vermehrt Testkäufer zu rekrutieren. Diese sollen nun aber nicht mehr aus dem bürgerlichen Milieu angeworben werden, wie bisher üblich, sondern gezielt aus den sogenannten sozialen Brennpunkten.
Dadurch stehen uns gute Fachkräfte zur Verfügung, welche es gewohnt sind, Ausweiskontrollen zu umgehen, sich über Bezahlung freuen und so ihrer eigenen Nutzlosigkeit entfliehen.
Doch auch die Randalierer und Gewalttäter des Marktdreiecks werden von mir nicht vergessen.
Um ihrem Drang nach körperlicher Auslastung entgegenzukommen, werde ich mich für den ersten legalen Gewalt-Erlebnis-Park (GEP) stark machen. Dort können sich diese für die Allgemeinheit nur schwer zu ertragenden Mitbürger vollends austoben, ohne die friedfertige Normalbevölkerung weiter zu verunsichern.
Ein enormer Schritt in Richtung SICHERHEIT für ALLE!
Doch damit nicht genug.
Da ein Oberbürgermeister stets im Rampenlicht steht, soll auch mein Privatleben immer zur höheren Ehre unserer glorreichen Stadt beitragen. Unter anderem werde ich von meinem – aus meiner Sicht – fürstlichen Einkommen einen Teil aufwenden, um eine „Harald-Juhnke-Gedächtnisstiftung“ zu initiieren. Er war ein hervorragender Schauspieler und Akademiker dessen Wirken im Marburger Marktfrühschoppen große Beachtung findet. Sie soll bewirken, dass talentierte, junge Nachwuchsakademiker aus schwierigen sozialen Verhältnissen eine Chance erhalten, ihr Leben an unserer beschaulichen Universität entsprechend ihrer eigenen Bedürfnisse zu ordnen.
Dies sind meine wichtigsten Ziele für diese wunderschöne Stadt, in der ich mich seit meiner Ankunft vor sechs Jahren immer geborgen gefühlt habe.

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